Im Rahmen des diesjährigen CSD-Empfangs des Schwulen
Netwzerks NRW und der AIDSHilfe NRW am 5. Juli 2008 um 12 Uhr im Kölner Gürzenich
verleiht das Schwule Netzwerk NRW zum 8. Mal die Kompassnadel. Vorjahrespreisträger
Rainer Jarchow bezeichnete sie im vergangenen Jahr stolz als den "schwulen
Oscar". Geehrt werden 2008 Knut Dehnen vom Duisburger Selbsthilfeprojekt
für Suchtkranke "ShAlk" sowie der Bundestagsabgeordnete und 1.
Parlamentarische Geschäftsführer Volker Beck (Bündnis 90 /Die Grünen).
Laudatorin wird die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer sein.
Die Vorjahrespreisträger Thomas Hermanns und Rainer Jarchow werden die Kompassnadel
persönlich weiterreichen. Mit dem begehrten Preis zeichnet das Schwule
Netzwerk NRW e.V. seit 2001 zum einen Gruppen, Vereine oder Personen aus, die
durch ehrenamtliches Engagement hervorgetreten sind, zum anderen werden prominente
Persönlichkeiten geehrt, die sich um schwullesbische Minderheitenpolitik
verdient gemacht haben.
Knut
Dehnen, gründete 1994 die Selbsthilfegruppe homosexueller Alkoholikerinnen
und Alkoholiker in Duisburg. Abhängigkeit von Alkohol und damit entstehende
Probleme finden auch innerhalb der schwul-lesbischen Szenen wenig Aufmerksamkeit.
Dehnens langjähriger und unermüdlicher ehrenamtlicher Einsatz führt
immer wieder vor Augen, dass für viele Menschen krisenhafte Lebenssituationen
nicht ohne weiteres zu meistern sind und ihre Probleme nicht ignoriert werden
dürfen: "Viele von uns wollen nicht anonym bleiben, wir wollen Suchtprobleme
in der Community offen ansprechen." Zudem ist das Projekt bereits mit Gruppen
in Bielefeld und Frankfurt vernetzt.
Volker
Beck zeichnet sich durch seinen Einsatz für die Bürgerrechte von Schwulen
und Lesben aus, wie beispielsweise in seinem Engagement für Lebenspartnerschafts-
und Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz. Sein Einsatz für die schwul-lesbische
Emanzipationsbewegungen in Osteuropa und sein Engagement für die Entschädigung
und das Andenken an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus bringen zentrale
Themen der schwul-lesbischen Emanzipation in das öffentliche Bewusstsein
zurück. Kraftvoll machte Volker Beck im Zusammenhang des Aktionstags gegen
Homophobie im Fussball auch deutlich, "dass wir uns leider unsere Empörung
immer wieder selbst organisieren müssen".