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Gut Ding will Weile haben:

Deutsches Konsenspapier zur sexuellen Übertragbarkeit bei einer Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze ist in Arbeit

Es war zu erwarten, dass es mehr als ein paar Wochen benötigt, um eine gemeinsam Stellungnahme zur EKAF-Empfehlung zu erarbeiten. Der HIV-Report der DAH bestätigt dies nun:

"Am 26. Februar 2008 hat auf Einladung der Deutschen AIDS-Gesellschaft und der Deutschen AIDS-Hilfe in Berlin eine Expertenkommission getagt, um ein deutschen Konsenspapier – sozusagen die deutsche Antwort auf die EKAF-Stellungnahme – zu verfassen.
Vorausgegangen war am 16. November 2007 eine kleine Arbeitsgruppe, die eine erste DAH-verbandsinterne Meinungsbildung zu dem damals noch nicht veröffent-lichten EKAF-Papier initiierte.
Zwischenzeitlich hat es intensive Diskus-sionen und Auseinandersetzungen gege-ben. Veranstaltungen wie etwa die Münchner AIDS-Tage zu Gast in Berlin waren notwendig, um die Debatte entwickeln zu können und nach dem ersten „Schock“ haben sich die Gemüter beruhigt was der Diskussion sehr gut bekommt.
Nun wächst der Druck, dieses Papier endlich fertig zu stellen und zu veröffentlichen. Da diese Expertenkommission kein Pressereferat hat, ist die Kommunikation über den Bearbeitungsstand zugegebenermaßen etwas schwierig.
Derzeit ist aufgrund der Veränderungen in der Diskussion eine komplette Umarbeitung der schon fast veröffentlichungsfähigen ersten Fassung in der Arbeit. Diese Fassung wird für den Alltagsgebrauch deutlich nutzbringender sein, als es die erste Fassung war.
Die Expertenkommission bittet daher, den laufenden Prozess abzuwarten und erinnert daran, dass die EKAF etwa acht Monate gebraucht hat, um zu einer veröffentlichungsfähigen Fassung zu kommen.
Man kann sicherlich trefflich darüber streiten, ob es sinnvoll war, vor einer verbandsinternen Positionsentwicklung ein Konsenspapier aller im HIV-Bereich Beteiligten Organisationen und Institutionen anzufertigen. Egal wie man diese Strategie einschätzt, in einem sehr konstruktiv laufenden Prozess die Strategie zu wechseln, macht allerdings wenig Sinn.
Zwischenzeitlich hat der Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe entschieden, die innerverbandliche Meinungsbildung – parallel zur laufenden Erstellung des Konsenspapieres – weiter zu befördern und auf die nächste Stufe zu heben.
Seit Mitte letzten Jahres hat die DAH in dem Projekt „Medizinische Rundreise“ ja bereits einen Schwerpunkt auf den Themenbereich „Neues aus der Grundlagenforschung – Neue Präventionsansätze“ gelegt und wie die Nachfrage überdeutlich beweist, die Bedürfnisse in den AIDS-Hilfen vor Ort auf den Punkt getroffen.
Nachdem dieser Schwerpunkt sich seit fast einem Jahr ungebrochener Beliebtheit erfreut, wird nun die nächste Stufe eingeleitet.
Im Herbst wird es eine zentrale Fachtagung zu diesem Thema geben, auf der die bislang in den einzelnen Mitgliedsorganisationen isoliert abgelaufene Diskussion und Meinungsbildung zusammengeführt werden soll.
Zur Vorbereitung dieses Fachtages und um die innerverbandliche Diskussion zu befördern wurde im letzten Rundbrief der DAH als Diskussionsgrundlage ein Papier zur Viruslast unter der Nachweisgrenze veröffentlicht. "

HIV-Report, Ausgabe 07/2008
www.hiv-report.de

 
    
   
   
   
 
HIVNachrichten Nr. 130, Juli 2008
 
   
 
 
   
 
zuletzt aktualisiert am: 09.07.2008