Zwei Jahre vor dem entscheidenden
Jahr 2010 wollen die G8-Regierungschefs offenbar ihre Versprechen in Bezug auf
die finanziellen Zusagen dramatisch aufweichen.
"Wie
World Vision Deutschland aus internen Quellen erfahren hat, verhält sich
die deutsche Regierung ein Jahr nach ihrem gefeierten Auftritt in Heiligendamm
offenbar als Bremser", so Marwin Meier, AIDS-Beauftragter von World Vision
Deutschland. "Die im letzten Jahr gemachten finanziellen Zusagen sollten
sich auf einen Zeitraum von drei Jahren beziehen, nämlich von 2007 bis 2010."
Die Versprechen von Gleneagles und Heiligendamm in Bezug auf HIV/AIDS sind wieder
im Abschlusskommuniqué der G8 enthalten. Bis 2010 soll jeder Mensch, der
es braucht, Zugang zu Vorsorge, Behandlung und Unterstützung bekommen. "Trotzdem
stellt sich die Frage, wie dieses Ziel innerhalb der nächsten zwei Jahre
erreicht werden soll, zumal die 60 Milliarden US-Dollar nun für die Bekämpfung
ALLER Infektionskrankheiten in den nächsten fünf Jahren aufgewendet
werden sollen. Dies ist definitiv eine Aufweichung der gemachten Versprechen,
die sich auf AIDS, Tuberkulose, Malaria und die Stärkung der Gesundheitssysteme
bezogen. In 2010 werden mindestens zehn Millionen Menschen Zugang zu AIDS-Behandlung
benötigen. Derzeit erhalten nur drei von zehn Menschen in den armen Ländern
diese Behandlung. "Ohne zusätzliche Anstrengungen wird es nicht möglich
sein, dieses Ziel zu erreichen", so Marwin Meier. World Vision Deutschland
e. V.